Freitag, 3. Oktober 2008

L-talk ist umgezogen

Liebe L-Talk Leserinnen,

L-talk ist umgezogen!!!

Alle neuen Postings und natürlich auch die alten stehen unter

www.l-talk.de
Dann bis bald da drüben!

Lesbisches zum Nationalfeiertag

Den Beitrag zum deutschen Nationalfeiertag spricht und singt unsere israelische Starkommentatorin Lizzy the Lezzy:

Dienstag, 30. September 2008

Zwergen-CSD

Welche hat noch nicht die tollen Bilder vom diesjährigen Euro Pride in Stockholm gesehen?

Es sind wunderbare Bilder von Lesben jeden Alters und jeder Herkunft - punkige BDSM-Frauen ebenso wie Musliminnen mit Kopfbedeckung, Schulmädchen, Rentnerinnen, die Schwedin von nebenan und die von ganz weit weg ... und jede Menge Mütter. Mit Kindern.


Natürlich gibt es in Stockholm auch ein ”Lilla Pride”, den CSD speziell für den ganz kleinen Nachwuchs, mit einem besonderen Programm . Die diesjährige Gutenachtgeschichte las Spitzenpolitikerin Mona Sahlin, es gab einen ”rosa Zirkus” während der CSD-Woche und - ganz skandinavisch - durchgängige Kinderbetreuung, die immer von mehreren Organisationen, darunter der schwedischen Kirche, gemeinsam organisiert wird.
”Da Stockholm Euro Pride ein Festival für alle ist, ungeachtet ihres Alters, rücken wir die Kinder in den Fokus. Das wird bedeutenden Raum im Programm des Festivals einnehmen”,
sagte Gunilla Lindén, die das Programm in diesem Jahr organisierte.
Lilla Pride wird gesponsort von Rica Hotels, die an allen fünf Tagen ein riesiges Programm auf die Beine stellten: Flaggen bemalen, Theater, Zirkusschule, Konzerte ...


Wäre das nicht eine Idee für's nächste Jahr bei uns?


LINKS und Quellen:

Sonntag, 28. September 2008

Erst reisen die Daten, dann die Menschen - Lesben und Internet

Seit 1997 betreibe ich Konnys Lesbenseiten - www.lesben.org, aber das virtuelle Lesbenleben begann viel früher.

Anfang der 90er, als Mitfrau von FemNet und Femail, tauschte ich noch auf – aus heutiger Sicht sehr, sehr lahmen – 386er PCs Daten aus. Ganz langsam und einmal pro Nacht. Die Mailboxen standen in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Berlin und München und vergaben lange kryptische E-Mail-Adressen wie vorname.nachname@femail.rhein-main.de. Jede Nutzerin, die Mitfrau werden wollte, wurde von den Mailboxbetreiberinnen persönlich angerufen, um sie auf ihre Weiblichkeit zu überprüfen. Inhaltlich ging es um Bücher, lesbisches Leben, Termine und Diskussionen untereinander (ähnlich den heutigen Foren).

















Siehe auch: http://www2.iisg.nl/id/Systematik.asp?val=id-e-7&suche=optimale&id=1255


Ende der 90er Jahre erreichte der Internet-Boom auch den lesbischen Mainstream. Die Rechner wurden schneller und vor allem für fast jede zugänglich.

Tausende von Homepages mit lesbischen Inhalten eroberten den Cyberspace – leider nicht immer sooo inhaltsschwer :-) Darstellungen von Lesbenpärchen über ihr Kennenlernen, ihre „Hochzeit“ und ihre Meerschweinchen finden sich zuhauf auf den privaten Webseiten der Macherinnen.


















http://muckel2707.beepworld.de/index.htm





















http://www.delectatio.de.tl/


Dazwischen mischten sich immer wieder (Hetero-)Männer, die „lesben“ mit Schweinskram assoziieren und mit entsprechenden Inhalten das WWW überfluteten.

Suche nach "Lesben" mit Google:



















http://www.google.de/search?hl=de&q=lesben&btnG=Google-Suche&meta=





Suche nach "lesben xxx" mit Google:



















http://www.google.de/search?hl=de&q=lesben+xxx&btnG=Google-Suche&meta=


Dennoch fanden und finden sich im Internet wunderbare Seiten, die lesbisches Leben in all seinen Facetten dokumentieren, frau muss sie nur finden... Na ja, das war die Hauptmotivation, die Linksammlung lesben.org zu machen :-)


Es gibt Seiten wie www.lesbengeschichte.de


















Seiten für junge Lesben wie www.gorizi.de:

















oder:


Seiten für alte Lesben wie die Seiten der Sappho Stiftung. Ziel dieser Stiftung ist es, Vermögen zu sammeln, um Wohnraum und neue Lebensformen für Lesben zu entwickeln.

















http://www.sappho-stiftung.de

Allen gemeinsam ist, dass sie teilweise schon seit Jahren von Lesben für Lesben gemacht, aktualisiert und gestaltet werden und damit das virtuelle Lesbenleben bereichern. Und das finde ich ganz schön gut!

Donnerstag, 25. September 2008

Lobbyarbeit und wir selbst

In Kalifornien geht es im November darum, ob Lesben und Schwulen das Recht genommen wird, ebenso zu heiraten wie dies heterosexuelle Paare dürfen. Gegnerinnen und Gegner haben die "Proposition 8" eingebracht. Ihr Ziel ist, dass in der kalifornischen Verfassung festgeschrieben wird, dass die Ehe zwischen Mann und Frau geschlossen wird. Dazu wird es eine Volksabstimmung geben.
Die Fronten verlaufen wie sie eben verlaufen, die üblichen Verdächtigen sagen was von ihnen erwartet wird und viele, viele Menschen spenden Geld für die Öffentlichkeitsarbeit "ihrer" Seite.

Also, "unsere" haben die ersten Fernsehkampagnen gestartet.

Hier eine von jungen Leuten:

Und hier eine von alten:


Weiß nicht, wie wohl ich mich dabei fühle, wenn Heteros für uns sprechen. Es fühlt sich auf der einen Seite an wie "gut gemeint". Und es hinterlässt so einen Eindruck, als könnten wir nicht für uns selbst sprechen. Irgendwie sind auch die Zeiten vorbei, in denen mein Vater oder meine Mutter für meine Interessen sprechen mussten! Ich bin doch schon groß!

Andererseits ist es ja für viele Leute wichtig, dass es gleiche Rechte gibt: Weil sie ganz allgemein für Gerechtigkeit sind, weil sie Lesben oder Schwule kennen, die benachteiligt werden, weil sie überzeugt sind, dass unsere Gesellschaft sich Diskriminierung nicht leisten kann ... Sie haben also ein Eigeninteresse und das sollten sie auch vertreten dürfen, selbst wenn ich die "Hauptbetroffene" bin. Und außerdem tut es gut, wenn andere auch für uns sind.

Das wird bestimmt noch eine spannende Kampagne!

Die Website der "Guten": noonprop8.com

Dienstag, 23. September 2008

„Sexreport 2008“: Deutschland fast lesbenfrei?

Der "Sexreport 2008", in Auftrag gegeben und mit Bildchen und Filmchen versehen von Pro Sieben präsentiert, enthält neben manch erschreckenden Erkenntnissen auch Beruhigendes. Stern.de fand es (für uns) im Gespräch mit Jakob Pastötter heraus - er ist wissenschaftlicher Leiter der Studie, die dem "Sexreport" zu Grunde liegt:


"Laut Studie soll es nur 1,8 Prozent Homosexuelle geben. Bisher geht der renommierte Kinsey-Report aus den USA von rund zehn Prozent der Bevölkerung aus."
"Ja, das ist in der Tat äußerst merkwürdig. Eine Erklärung wäre, dass sich viele Schwule in Deutschland im Gegensatz zu den USA nicht als solche begreifen, sondern als bisexuell ansehen. Zudem wurde bei Kinsey gefragt, wer überhaupt einmal einen gleichgeschlechtlichen Orgasmus erlebt hat. Das sind natürlich deutlich mehr, als es Homosexuelle gibt."

stern.de-Interview mit dem wissenschaftlichen Leiter der dem "Sexreport 2008" zugehörigen Studie, Jakob Pastötter, stern.de, 22. September 2008

Beruhigend ist das deshalb, weil wir uns nicht mehr fragen müssen: Leben all die Lesben, die die Differenz zwischen den paar im Alltag wahrgenommenen und jenem Sagen umwobenen 5 bis 10 Prozent Anteil bilden, diskriminiert, verängstigt und traumatisiert in irgendwelchen Schränken? In Speisekammern?

Nein, tun sie nicht. Es gibt sie nicht.

Oder noch nicht. Oder sie wissen nicht, dass sie lesbisch sind. Oder sie wollen sich nicht zählen lassen.

Und wenn sie diese Möglichkeit erwägen, leitet eine Google-Suche nach Schranklesben sie früher oder später zu http://www.schranklesben.de/ und damit auf Konnys Lesbenseiten. Lesbisch oder nicht - da sind sie gut aufgehoben.

Hand auf's Herz: Letztlich sind doch 3 bis 8 Prozent potenziell offen lebender und liebender Heteras besser als die gleiche Anzahl versteckt lebender und sich ängstigender Lesben.
Auch wenn's das Herz der Lesbenaktivistin schmerzt.

Mittwoch, 17. September 2008

Supermodels - mal ganz lesbisch: Amanda Moore


Als "Tomboy-Version weiblicher Schönheit" bezeichnete Shauna Swartz sie bei afterellen.com. Und selbst hatte sie erwartet, im Model-Geschäft ganz "süßlich und mädchenhaft" daherkommen zu müssen und fand sich - zu ihrer Freude - immer öfter zurechtgemacht wie ein Junge. Wie ein Junge in der Armee, zum Beispiel.

Bild rechts: models.com

Amanda, schreibt Bloggerin Charly bei Lesbian Ranting, "hat eines meiner Vorurteile gegenüber Models beseitigt: Sie sind nicht alle heterosexuelle, knochige Zicken. Es gibt unter ihnen auch knochige, lesbische Goldstücke!"

Amanda Moore wurde schon als "de facto lesbische Stil-Ikone" bezeichnet. Im Juni 2004 veröffentlichte die New York Times einen Artikel über lesbische Mode, "The Subtle Power of Lesbian Style": Es sei nicht lange her, dass elektronische und Print-Medien lernten, die Existenz von "Lipstick Lesben" wahrzunehmen und erkannten, dass "lesbisch" und "Mode" keineswegs unvereinbare Gegensätze sind.

Guy Trebay beschrieb Moore als "Liebling von Fotografen und Designern, deren eigener Stil den Inbegriff androgyner lockerer Coolness darstellt" und erklärte, sie sei ungewöhnlich offen im Umgang mit ihrer Sexualität" in einer Industrie, in der viele lesbische Frauen vorziehen, ihr Liebesleben verborgen zu halten, weil die Unsichtbarkeit einer möglichen Diskriminierung vorzuziehen sei.
Moore selbst wurde in dem Artikel zitiert mit den Worten: "Nur weil ich vorziehe, Frauen zu lieben und mich nicht immer so anziehe wie es von einem Model erwartet wird bedeutet das nicht, dass ich nicht sehr gut bin in dem was ich tue."
(Guy Trebay: The Subtle Power of Lesbian Style, New York Times 27. Juni 2004)

Und hier ein paar Eindrücke:


Demnächst mal bei L-talk:
... Gia Carangi - eine der ersten Super-Models
... Jenny Shimizu - von Calvin Klein und Dykes on Bikes
... Jessica Clark - lesbische Lebensberaterin auf dem Laufsteg